Das Netzwerk in der Fertigungsindustrie: Vom Rückgrat zur Hauptrolle

alendner Veröffentlicht 28. Januar 2022

Die industriellen Fertiger hierzulande sind auf einem guten digitalen Weg. Ihre Produktion ist schon heute durch einen hohen Automatisierungsgrad gekennzeichnet. Ganz gleich, ob im Metallbau, beim Sonderbau, im Maschinenbau oder bei der Fertigung von Aggregaten: Tracking und Monitoring zur Optimierung der Produktionsmittel sind gesetzt, autonome Roboter nehmen ihren menschlichen Kollegen bereits komplette Prozessschritte ab, und Edge-Computing mit Remote-Monitoring und Maintenance ist schwer im Kommen. Ganz klar: IoT, Industrie 4.0 mit additiver Künstlicher Intelligenz (KI) sind die wichtigsten Schlüsseltechnologien der Zukunft für die Fertiger, die komplette Vernetzung ist ausschlaggebend für den Erfolg. Und zwar sowohl die interne Vernetzung der Produktionsmittel und Assets als auch die externe mit Kunden und Partnern. Nur wer Kundennähe sowie eine komplette Prozess-Transparenz ( Ende-zu-Ende) schafft, kann besser sein als der Wettbewerb!

Wirtschaftlicher Erfolg auf technologischem Fundament

Was allerdings noch mehr in den Vordergrund gerückt werden muss, ist die Frage nach dem technologischen Fundament. Auch für die Fertigung bilden leistungsstarke und maximal sichere Netzwerke die unabdingbare Basis. Klar: Die Kraft der Bilder ist nicht zu unterschätzen, wenn digitale Experten beispielsweise ausdrucksstarke Visionen des digitalen Zwillings in der Fabrik via Powerpoint an die Wand werfen – aber: Auch dieser kann nur mit und in einer optimalen Netzwerkinfrastruktur seine Leistung erbringen. Und das gilt für alle Bereiche in der fertigenden Industrie. Dazu ein paar Beispiele.

In der Produktion sind bereits heute weite Teile auf drahtlose Kommunikation umgestellt. Echtzeitkommunikation im Unternehmen – und darüber hinaus – werden zum Standard. Hierfür ist ein Netzwerk, das den hohen Anforderungen eben dieser maximal sicheren Echtzeitkommunikation entsprechen kann, eine Pflicht. Der Anteil der drahtlosen Netzwerke/Kommunikation nimmt rasant zu ( Beispiel: Wi-Fi-6/6E, LoRaWAN sowie 5G).

Überhaupt der Punkt Sicherheit: Stark steigende Vernetzung in der industriellen Umgebung bedeutet auch mehr Digitalisierung, mehr Offenheit. Zudem spielt die „Cloudifizierung“ der industriellen IT eine große Rolle und der Einsatz von Cloud-Computing wird weiter boomen. Deshalb muss das zukunftstaugliche industrielle Netzwerk von Haus aus auch sehr starke Sicherheitsfunktionalitäten mitbringen.

Per se leistungsstark müssen die Netze in den Fabrikhallen sowieso sein, mit viel Spielraum nach oben. Wenn beispielsweise Anomalien in der Produktion erkannt oder über Predictive-Technologien bereits vorhergesagt werden sollen, kann dies nur mit der Unterstützung von KI geschehen. Dies bedingt jedoch starke Rechenleistung und hohe Verarbeitungsgeschwindigkeiten, die ausnahmslos cloudbasiert stattfinden müssen. Auch hier steht selbstredend die Netzwerkinfrastruktur im Vordergrund. Eine hohe Flexibilität für den Kunden kann hier z.B. durch Local-Public-oder Hybrid Cloud Alternativen erreicht werden.

In der industriellen Umgebung tauschen sich OT-Systeme und IT-Systeme zudem immer mehr aus, generieren dabei gigantische große und komplexe Datenströme, die plattformbasiert verarbeitet werden. Und ja, auch für diese Plattformen bildet das starke Netzwerk das „Chassis“ für sämtliche Transaktionen.

Daten werden schon bald in der Produktion immer vielfältiger genutzt werden, das muss gemanagt und aufbereitet werden. Deshalb – der Fachkräftemangel tut sein Übriges dazu – ist es völlig realitätsfern davon auszugehen, dass sich die Administrationsaufgaben heutiger Prägung eins zu eins in die IoT- und Industrie-4.0-Welt übertragen lassen. Das bedeutet: In Sachen Automatisierung, Usability und grundsätzlich im Netzwerkmanagement müssen die Netzwerkinfrastrukturen in vielen Unternehmen auf eine ganz neue Stufe gehoben werden. Hier ist eine Modernisierung wichtiger denn je.

 

Fazit: War das Netzwerk gestern noch das Backbone, das Rückgrat der IT und des Unternehmens, muss es gerade in der Fertigungsindustrie zukünftig in den Vordergrund gerückt werden. Neue Wertschöpfung entsteht dort, wo die Netzwerkinfrastruktur eine deutlich gewichtigere Rolle spielt – nämlich eine Hauptrolle der industriellen Digitalisierung.